Tierschutzveranstaltung, Rathaus Worpswede

 
Foto: Gesa Wetegrove

Besuch im Tierheim

 

Unter dem Titel Hund, Katze, Maus… hatte die SPD Worpswede zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Worpsweder Rathaus eingeladen.

Lesen Sie auch die PM am Ende der Seite nach den Bildern.

 

Gesa Wetegrove leitete die Veranstaltung ein: “Die SPD Ratsfraktion hat in 2015 nach längerer Beratung der Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von frei laufenden Katzen im Gebiet der Gemeinde Worpswede zugestimmt“.

Der Tierschutzverein Lilienthal, Worpswede und Grasberg e.V. schreibt dazu in seinem Antrag: „Frei lebende Hauskatzen sind ausgesetzte, zurückgelassene und vernachlässigte Haus- und Rassekatzen und deren Nachwuchs, die den Bezug zur menschlichen Obhut verloren haben. Diese Tiere und ihr Nachwuchs fristen unter Tierschutz widrigen Umständen ihr Leben. Diese Katzen sind domestizierte Haustiere und deswegen nicht an ein Leben in freier Natur angepasst. Ihr Leben ist in der Regel durch Hunger, Krankheit und Parasitenbefall gezeichnet. Auch unter diesen erbärmlichen Zuständen ist der Fortpflanzungstrieb der Hauskatze so stark ausgeprägt, dass es trotz verelendetem Zustand und sonstiger widriger Umstände zur Fortpflanzung und Vermehrung kommt. Die dadurch stetig steigende Anzahl von frei lebenden Hauskatzen erhöht die Gefahren für die Hauskatze selber und für andere Tiere, aber auch für den Menschen.“

Christina Jantz-Herrmann MdB, Tierschutzbeauftragte der SPD Bundestagsfraktion wies darauf hin, dass nach langem Drängen, auch durch den Parlamentskreis Tierschutz im Herbst ein runder Tisch zur nachhaltigen Tierheimfinanzierung, durch den Bundesminister einberufen wird. Hier sollen die für die Tierheimfinanzierung verantwortlichen Akteure wie Tierschutzverbände und Kommunen, vertreten durch ihre Spitzenverbände, zusammenkommen. Weiterhin wies sie auf eine Abfrage zur Kostenstruktur des Tierschutzbundes hin, der in Niedersachsen Träger von 55 Tierheimen ist, von denen zur Zeit nur 5 kostendeckend arbeiten. Das Ergebnis dieser Abfrage soll dann allen Tierheimen und Kommunen zu Verfügung gestellt werden, um voneinander zu lernen und nach Anpassungsmöglichkeiten zu suchen. Sie ermutigte den Tierschutzverein, sich weiterhin als starker Verhandlungspartner gegenüber den Kommunen zu präsentieren.

Michael Drees, Vorsitzender der Tierärzteschaft OHZ begrüßte die Einführung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in Worpswede, mahnte aber gleichzeitig eine Überwachung durch die Kommune an. Weiterhin erläuterte er die Tierschutz rechtlichen Bestimmungen sowie die entsprechenden § des BGB und sprach den Anspruch von Fundtieren auf medizinische Versorgung an. Hierzu gibt es auch in Niedersachsen entsprechende Gerichtsurteile.

Kathrin Schulze vom Katzenhaus schilderte eindrücklich wie die freilebenden Katzen und ihr Nachwuchs von den ehrenamtlichen HelferInnen eingefangen werden. Viele dieser Tiere seien krank. Am Beispiel des „Katzenschnupfens“ der eine langwierige Erkrankung ist, kommen die Tiere mit verklebten Augen und ausgemergelt im Katzenhaus an, werden isoliert um einer Übertragung vorzubeugen, und behandelt. Bei Katzen in der Quarantänestation ist eine erhöhte soziale Zuwendung erforderlich. Bei der Aufnahme ins Katzenhaus ist eine Eingangsuntersuchung durch eine/n Tierarzt/in erforderlich. Das neue Katzenhaus in Lilienthal ist vom Veterinäramt abgenommen worden und erfüllt die vorgeschrieben Standards. Schulze hob hervor, dass sich die Gemeinden Lilienthal, Worpswede und Grasberg neben dem Tierschutzbund an der Finanzierung des Neubaus beteiligt haben. Die Tiere im Katzenhaus werden an 365 Tagen im Jahr von 30 ehrenamtlichen Personen über Tag betreut.

Renate Schesnik, Vorsitzende des Vereins berichtete über die finanzielle Situation des Tierschutzvereins und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für alle Aktivitäten im abgelaufenen Jahr ca. 14 000 Stunden durch ehrenamtlich Tätige geleistet worden sind. Dies wären bei 8,50 € Mindestlohn ca. 136 000 €. Diese Beispielrechnung macht einmal deutlich, wie hoch das ehrenamtliche Engagement ist. Im Jahr 2015 hatte der Verein bei Gesamtkosten von ca. 85 000 € und ca. 20 000 € regulären Zuschüssen und Sonderzuschüssen seitens der Gemeinden Lilienthal, Grasberg. und Worpswede ein Minus, das über Mitgliedsbeiträge und eingeworbener Spenden nur zum Teil aufgefangen werden konnte.

Uwe Buck erläuterte für die Gemeinde Worpswede die geleisteten Zahlungen der letzten Jahre und die bereits in den Haushalt eingearbeiteten Zahlungen für die Folgejahre. Dem hohen ehrenamtlichen Einsatz, deutlich gemacht durch die Modellrechnung von Frau Schesnik, gebühre gesellschaftliche Anerkennung.

Aus dem Publikum kam die Anregung, doch in einer gemeinsamen Aktion von Kommune, Tierschutzverein und Tierärzteschaft eine Kastrations- und Kennzeichnungsaktion durchzuführen.

Diesen Vorschlag wird die SPD Worpswede an entsprechender Stelle gerne einbringen.

Insgesamt wurde die Ansicht vertreten, dass man in Worpswede gemeinsam auf einem positiven Weg sei.

Gesa Wetegrove, im Juni 1016

OhneFoto: Gesa Wetegrove
Diskussions-PodiumFoto: Gesa Wetegrove
Gäste RatsdieleFoto: Gesa Wetegrove

Christina Jantz-Herrmann

Mitglied des Deutschen Bundestages

Tierschutzbeauftragte der
SPD-Bundestagsfraktion

 

Pressemitteilung

 

Runder Tisch zur Tierheimfinanzierung kommt

Bundesminister Schmidt kommt der SPD-Forderung endlich nach und macht den Weg frei für einen Runden Tisch zur Tierheimfinanzierung in Berlin.

 

Im Herbst dieses Jahres soll in Berlin ein Runder Tisch zur Tierheimfinanzierung stattfinden, um die für die Tierheimfinanzierung verantwortlichen Akteure wie Tierschutzverbände und Kommunen, vertreten durch ihre Spitzenverbände auf Bundesebene, zusammenzubringen. Nachdem sich der Deutsche Städtetag uns gegenüber bereits Ende vergangenen Jahres zu einer Teilnahme bereit erklärt hatte, entdeckt auch Minister Schmidt das drängende Thema endlich für sich und hat uns eine Einberufung des Runden Tisches zugesagt. Ziel muss es sein, eine langfristige finanzielle Lösung zu erarbeiten, die die Zukunft der Tierheime nachhaltig sichert. Schon seit Jahren sind die deutschen Tierheime chronisch unterfinanziert. Städte und Gemeinden haben die gesetzlich geregelte Aufgabe, die durch Fundtiere verursachten Kosten zu tragen – die Kostenerstattung erweist sich in der Praxis allerdings häufig als schwierig. Mit der SPD-Initiative des Runden Tisches zur Tierheimfinanzierung setzen wir den Koalitionsvertrag um, der vorsieht, gemeinsam mit den Ländern und Kommunen die Probleme bezüglich der Finanzierung der Tierheime anzugehen.“

 

 


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