Positionspapier Verkehr

SPD- Positionspapier Verkehr (Entwurf Januar 2007)

Die SPD Worpswede strebt für die aktuelle Ratsperiode die Erarbeitung und Verabschiedung eines mittelfristigen Verkehrskonzeptes für die Gemeinde Worpswede an.
Das Verkehrskonzept insbesondere folgende Ziele bzw. Eckpunkte beeinhalten:

1. Reduzierung des Durchgangsverkehrs in der Ortschaft Worpswede, insb. Entlastung durch Reduzierung der LKW-Verkehre

Das kontinuierliche Wachstum des Individual- und Güterverkehrs führt angesichts der engen Dorfdurchfahrten in Worpswede zu immer größeren Problemen und Belastungen für die Straßenanwohner und zu erheblichen Beeinträchtigungen und Gefährdungen für die Nutzer, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer. Besonders brisant ist die Situation an den Kreuzungsbereichen (Music-Hall, Udo-Peters-Weg/ Sophie-Böttcher-Weg, Schluh/ Kattenpad) sowie an den Einmündungsbereichen der Märkte in der Findorffstr./ Osterweder Straße.

Vorrangiges Ziel muss es aus Sicht der SPD sein, den LKW-Durchgangsverkehr weitgehend auszuschließen oder zumindest drastisch zu reduzieren. Zu prüfen sind einerseits alle rechtlichen Möglichkeiten (Durchfahrverbote bzw. – Einschränkungen), andererseits verbesserte Möglichkeiten, die LKW-Verkehre möglichst weiträumig um Worpswede herumzuleiten.
Der Neubau einer aufnahmefähigen Umgehungsstrasse ist schon aus finanziellen Gründen auch mittelfristig unrealistisch. Deshalb muss es das Ziel sein, die vorhandenen Straßenzüge, die eine Umfahrung des Worpsweder Ortszentrums ermöglichen, so weit auszubauen bzw. instand zu setzen, dass sie in notwendigem Umfang auch LKW-Verkehre aufnehmen können. Vordringlich ist in diesem Zusammenhang der Ausbau der Wörpedahler Str..

Parallel sind weitere Möglichkeiten zu prüfen, den innerörtlichen Verkehr in Worpswede zu verlangsamen und damit für Durchfahrer unattraktiv zu machen. Denkbar sind z.B. weitere Tempo 30 - Bereiche, künstliche Straßenverengungen und weitere Querungshilfen/ Zebrastreifen. Auch die Einrichtung von Ampelanlagen schließt die SPD nicht aus, wenn diese eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssicherheit ermöglichen.

2. Ausbau der Fuß- und Radwege

Die Rad- und Fußwege in der Gemeinde sind nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, sondern auch für die touristischen Interessen Worpswedes von großer Bedeutung.

Im Bereich der Ortschaft Worpswede ist insbesondere aufgrund des (unbedingt zu erhaltenden) Baumbestandes ein bedarfsgerechter Ausbau der Fuß- und Radwege schwierig.
Gleichwohl muss geprüft werden, ob nicht einzelne Problembereiche gezielt entschärft werden können. Besonderes Augenmerk ist dabei auch auf die Belange der älteren Menschen und Behinderten/ Rollstuhlfahrern (Barrierefreiheit) zu richten.
Unbefriedigend ist insbesondere für Radfahrer in Teilbereichen die Beschilderung, unklar häufig die Möglichkeit/ Zulässigkeit, die Straße zu nutzen.
Die Verkehrsprobleme im Bereich Bergstr. sind nach Auffassung der SPD nur durch eine Realisierung der vorliegenden „Kulturmeilen“-Planung nachhaltig zu lösen.

Im Außenbereich hat die Schließung der Radweg-Lücke an der Teufelsmoorstr. Für die SPD die höchste Priorität. Die dortige Verkehrssituation ist für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen hoch gefährlich.
Für weitere Radweglücken (z.B. Weyerdeelen, Hüttenbusch/ Schulstr., ....) bedarf es einer kommunalen Prioritätensetzung und einer mittelfristigen Realisierungsplanung.

3. Öffentlicher Personennahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr ist in der Gemeinde deutlich defizitär. Besondere Schwachstellen sind trotz der neuen Buslinie Gnarrenburg-Bremen die Verbindung der Ortschaften untereinander, die schlechte Verbindung zur Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck.

Nach wie vor unbefriedigend ist auch die Busverbindung nach Bremen, weil sie insbesondere für Berufspendler keine ausreichend attraktive Alternative zur Nutzung des PKW darstellt. Dabei spielt die Fahrzeit wahrscheinlich eine größere Rolle als die Beförderungskosten.

Die SPD ist sich bewusst, dass die hohen Kosten bzw. der Aspekt der Wirtschaftlichkeit einem bedarfsgerechten ÖPNV-Angebot entgegenstehen.
Gleichwohl sind die kontinuierlich steigenden Kosten für die private PKW-Nutzung, die zunehmenden ökologischen Belastungen durch den Individualverkehr und die demografischen Entwicklung (zunehmender Anteil älterer Menschen) Faktoren, die zumindest mittel- und langfristig die Bedeutung des ÖPNV deutlich vergrößern werden.

Mittel- und langfristiges Ziel ist die Realisierung einer schienengebunden Nahverkehrsverbindung nach Bremen. Dafür bietet die Moorexpress-Schienentrasse prinzipiell optimale Voraussetzungen, da sie fast alle Ortschaften der Gemeinde und die Kreisstadt in die Verbindung einbezieht und bei einer Durchbindung nach Bremen mit modernen Fahrzeugen auch für Berufspendler attraktive Fahrtzeiten erreichbar sind.
Da die Reaktivierung der Moorexpress-Strecke auch für den ÖPNV weder auf der Ebene der Gemeinde entschieden werden kann noch finanziert werden kann, wird sich die Worpsweder SPD dafür einsetzen, dass sie zumindest in alle einschlägigen (über-)regionalen Verkehrsplanungen aufgenommen wird.

Ein parallele Option stellt die beschlossene Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 nach Lilienthal/ Falkenberg dar. Aus Worpsweder Sicht interessant könnten sowohl eine eng getaktete Pendelbusverbindung zur Straßenbahn als auch eine schnellere durchgehende Busverbindung über die Lilienthaler Umgehungsstr. nach Bremen sein.
Geprüft werden muss auch, ob seitens der BSAG Überlegungen bestehen, die Straßenbahntrasse mittel- oder langfristig Richtung Grasberg/ Tarmstedt und/ oder Worpswede zu verlängern.

4. Instandhaltung von Straßen- und Wegen, Winterdienst

Die Instandhaltung von Straßen und Wegen ist eine kommunale Pflichtaufgabe, der die Gemeinde Worpswede nach Auffassung der SPD trotz schlechter Finanzlage kontinuierlich nachkommen muss.
Das längerfristige Verschieben von notwendigen Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen führt nicht nur zu potentiellen Verkehrsgefährdungen, sondern ist in der Regel auch ökonomisch unsinnig.

Für Instandhaltungsmaßnahmen bei Straßen und Radwegen, die im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegen ist kontinuierlich ein angemessenes Budget in den Gemeindehaushalt einzustellen. Das Budget muss einerseits notwendige Grundsanierungen auf der Grundlage einer mittelfristigen Planung ermöglichen, anderseits auch kurzfristig nötige Instandsetzungen, z.B. nach Winterschäden ermöglichen.

Die Instandhaltung der Radwege muss gleichrangig gewährleistet und berücksichtigt werden. Die bisherige Priorität liegt zu eindeutig auf den Straßen.

Die Winterräumung von Straßen und Wegen hat die Gemeinde Worpswede im Bereich der Nebenstreckung durch die Verabschiedung einer entsprechenden Satzung weitgehend in die Verantwortung der Anwohner gelegt.
Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Anwohner ihrer Verantwortung in unterschiedlicher Weise nachkommen. Einige Nebenstraßen der Gemeinde sind bei entsprechenden Wetterverhältnissen (insb. bei Schneefall mit anschließenden Frostperioden) jedoch tagelang so vereist, dass sie für Autos kaum und für Radfahrer und Fußgänger gar nicht mehr gefahrlos passierbar sind. In diesen Situationen muss die Gemeinde durch eigene Maßnahmen (Schneeräumung, Abstreuen) gewährleisten, dass die betreffenden Straßenabschnitte gefahrlos passierbar bleiben. Gegebenfalls ist dann zu prüfen, ob Anwohner, die ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind, für die Kosten aufkommen müssen.

Sind diese Positionen richtig/ Konsens? Was fehlt ?
Reduzierung bzw. Ausschluss LKW-Durchgangsverkehre für Ortschaft Worpswede
Keine Umgehungsstraße, aber Ausbau der Straßen, die Umgehung ermöglichen (inkl. Wörpedahler Str.)
Maßnahmen zur Verkehrsverlangsamung in Worpswede, evtl. auch Ampeln.
Ausbau Fuß- und Radwege (wo fehlen noch Radwege ?)
Option Moorexpress als SPNV-Angebot nach Bremen
Budget für Straßeninstandhaltung trotz Finanzmisere
Winterdienst bei Bedarf auch außerhalb der Pflichtbereiche